Nicht genügend Wasser unterm Kiel

[mibu] Vermeidbare Niederlage gegen den VFB Linz. Die SG Hochwald verpasst die Möglichkeit, sich für ihren bisherigen hohen Saisonaufwand im mittleren Tabellendrittel festzusetzen. Die 3:1 Niederlage spiegelt nicht ganz dem Spielverlauf wider, rechtfertigt jedoch eine brutale Effizienz der Gastgeber vor dem Tor und somit auch einen nicht unverdienten Sieg für den VFB. Die Hochwälder schipperten aufgrund weiterer Ausfällen von Peter Irsch und Timo Mertinitz mit halber Ladung über den Rhein und es fehlte Wasser unter dem Kiel, um das Spiel für sich zu entscheiden zu können.

Die ersten 15 Minuten gehörten auch in spielerischer Hinsicht den Linzern, ohne dass sie jedoch richtig gefährlich vor dem Tor vom Jan Niklas Koltes auftauchten. Zwei Warnschüsse neben das Tor durfte man bis dahin notieren. Ab der 20. Minute hatten die Gäste das Spiel nicht nur optisch, sondern auch in spielerischer Hinsicht in Griff. Nach einem Durchstecker von Robin Mertinitz auf Johannes Carl machte sich Carl mutterseelenalleine auf den Weg zum Tor und wurde beim Abschluss mit einer Klasse Parade und Stellungsspiel von Linzer Keeper Lothar Hilkes in letzter Sekunde gestoppt. Hochwald verzeichnete eine hohe Ruderfrequenz und sechs Minute später tauchte wiederum Carl nach tollen Sololauf über den halben Platz aussichtsreich vor dem Tor auf und konnte gerade noch mit letzter Runge vor dem Torabschluss gestört werden. Obwohl Linz nach vorne in dieser Phase des Spiels kaum stattfand, spielten sie sehr gut im Raum und verschoben engmaschig ihre Mittelfeldreihe und hatten mit Kapitän Yannick Becker einen cleveren Strategen im Team. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit bis für die Gäste das erlösende SGH Tor fallen würde. Doch auch in der 41. Minute konnte sie das Leder nicht an Hilkes vorbei bringen, als Robin Mertinitz sich mit Ball 40 m vor dem Tor aus SGH Sicht im 3 gegen 1 auf den Weg machte. Der Spielertrainer entschied sich für die alleinige Verantwortung und scheiterte um Millimeter neben dem Tor. Ein Ausspielen des Überzahlspiels wäre eine mögliche Alternative gewesen. Und so kam die 45. Minute, als ein langer Befreiungsschlag der Linzer aus dem Halbfeld im Hochwälder Strafraum nicht geklärt werden konnte und der flinke Manuel Rott sich an drei Hochwäldern vorbeiwuselt. Mit einem präzisen Abschluss aus 8 m ließ der Linzer Jungspund die Führung folgen.  Nach der Pause versuchten die Hochwälder von Ruwer gegen diese drohende Niederlage vorzugehen und verordneten alle Mann an die Ruder, um mit dem Strom noch das Spiel drehen zu können. Man erhöhte dann auch die Schlagzahl, um voran zu kommen, doch irgendwie fehlte es an einem erfahren Trommler, um gegen das Niedrigwasser des Rheins anzukommen. Im Gegensatz dazu zeigten die Linzer dann, wie es gehen kann. Sie stellten sich engmaschig im Verband hinter die Linie und als ein vielversprechender Torschuss im eigenen Sechzehner mit Mann und Maus abgeblockt wurde, ruderte Eray Kizilkan in Richtung Koltes und sein Schuss wurde von Julian Barth derart unglücklich abgefälscht, dass er zum 2:0 über Koltes hinweg unhaltbar runterfiel. Mit dieser Führung im Rücken ließen die Linzer die Gäste agieren, um gleichzeitig nicht viel an Chancen zuzulassen. Das machten sie sehr gut und es passierte bis zu 85. Minute nicht sonderlich viel. Nur zweimal wurde es etwas brenzlig, doch es fehlt bei Maximilian Witt noch bei Benni Haas am notwendigen Glück. Im Gegenzug hätte Linz mit der Entscheidung die Ruder einziehen können, doch Koltes hielt gegen Lück im 1/1 bravourös. So wurde es, als Linz schon den Hafen vor Augen sah, noch einmal richtig spannend, als Benni Haas in der Box Matthias Burg bediente und nur durch eine Regelwidrigkeit vom Ball getrennt werden konnte. Der Gefoulte ließ sich mit seinem 8. Saisontor die Chance zum Anschlusstreffer nicht entgehen (88.). Nun warfen die Hochwälder alles nach vorne und drücken Linz in ihre Hälfte zurück. Und als in der Nachspielzeit wiederum ein Freistoß erfolgreich von Linz abgeblockt wurde, fiel die endgültige Entscheidung zu Gunsten der Gastgeber, als Benedikt Joch den Ball ins verwaiste SGH Tor einschob (95.). „Leider haben wir heute für den Gegner das Spiel gewonnen. Wir hätten in der ersten Halbzeit 1:0 wenn nicht sogar 2:0 führen müssen. Wir waren bei den Toren in der Abwehr zu inkonsequent und haben die Linzer zu den Toren eingeladen. Es waren schon unglückliche Murmeln, die wir da gefangen haben. Ein Unentschieden hätten wir aus meiner Sicht verdient gehabt, doch es sollte nicht sein. Glückwunsch an Linz zu diesem cleveren Sieg“, sprach ein sichtlich enttäuschter Fabian Mohsmann nach der Partie. So bleibt festzuhalten, dass das Niedrigwasser eines Rheins ein anderer ist, wie er von der Ruwer, gerade wenn man nur mit halber Ladung unterwegs sein kann.

Aufstellung: Jan Niklas Koltes – Lukas Thinnes, Dominic Fisch (90. Timo Mertinitz), Sebastian Dengler, Benni Haas, Rene` Mohsmann, Julian Barth, Johannes Carl,  Maxi Witt (74. Daniel Baumeister) , Robin Mertinitz, – Matthias Burg

Tore: 1:0 (45.) Manuel Rott, 2:0 (50.) Eray Kizilkan, 2:1 (88. FE) Matthias Burg, 3:1 (90.+5) Benedikt Joch

Schiedsrichter: Ronny Jäckel (TuS Mayen)

Assistenten: Chris Becker, Julian Vogt

Zuschauer: 150

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